Kapitel 4: Time and time again you seem to fail...

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Kapitel 4: Time and time again you seem to fail...

Beitrag  Eternety am Sa Jun 20, 2009 2:21 am

Kapitel 4: Time and Time again you seem to fail…

Time and time again you seem to fail
But it seems that you can
Still manage to crush my self-esteem


Ich habe zwei Tage in diesem Zimmer verbracht und mich auf das Kommende vorbereitet.
Ich werde also wieder weglaufen und dieses Mal wieder das Land verlassen.
Schon wieder… aber ich denke, dass ist das sinnvollste.
Ich werde Haken schlagen wie ein Hase und so viele Länder wie möglich passieren, vielleicht kann ich ihn abhängen.
Morgen wird es in aller Frühe losgehen, möglichst noch vor Sonnenaufgang. Vielleicht sieht mich dann wenigstens keiner…

So schnell ich kann renne ich den Waldweg entlang.
Von wegen, je früher, desto besser…
Man hat mich gesehen und wieder ist er hinter mir her.
Ich habe ihn sofort erkannt, doch dieses Mal habe ich keinen Vorteil durch meine Umgebung.
Ich kenne mich hier nicht aus und laufe auf gut Glück in die Schwärze des Waldes hinein.
Wenn ich mich verlaufe, werde ich hier so schnell nicht herausfinden, doch im Notfall habe ich genug Wasser in meinem Rucksack, um wenigstens ein bis zwei Tage ohne Probleme überstehen zu können.
Immer wieder höre ich es hinter mir knacken, verstecke mich hinter Bäumen und Sträuchern, doch immer wieder kommt er mir so nah, dass ich ihn sehen kann.
Zwei Mal ist er schon an mir vorbei und jedes Mal habe ich einen Fehler begangen und er hat mich doch entdeckt.
Dann musste ich wieder rennen, so schnell ich konnte, doch irgendwann hat mich die Kraft ziemlich verlassen gehabt.
In letzter Sekunde konnte ich mich noch verstecken und dieses Mal habe ich keinen Fehler begangen.
Eigentlich begehe ich keine…
Warum also gerade eben?

Auch die nächsten Wochen habe ich immer gemerkt, dass er dicht hinter mir ist.
Ich bin durch einige Länder gekommen und durch noch mehr Städte, habe hier und da gewohnt, doch immer wieder habe ich ihn gesehen.
Seine grünen Augen, die mich anfunkelten und die mich inzwischen nicht mehr loslassen.
Immer wieder muss ich an sie denken…
Immer wieder spukt er mir durch meinen Geist und ich spüre auch, dass es mir immer schwerer wird, meinen Blick sofort wieder von ihm zu nehmen.
Einmal stand er mit dem Rücken zu mir und ich habe ihn kurz gemustert.
Mehr durfte ich mir nicht erlauben.
Das wäre mein Tod gewesen, doch ich habe mir diese Sekunde genommen.
Schon zu lange ist er hinter mir her, ohne das ich mir diese Zeit genommen habe.
Er ist groß und schlank, doch ich kann erkennen, dass er Kräftig ist.
Seine Muskeln zeichnen sich leicht unter seiner Jacke ab und jede seiner Bewegungen wirkt präzise und tödlich.
Er erinnert mich an einen Panther, der auf seine Beute lauert.
Seine Beute, die direkt hinter ihm steht.
Ich…
Ich kann nur hoffen, dass…
Aber das ist unmöglich.
Aber faszinieren tut er mich trotzdem.
Er ist gut, dass muss ich ohne Neid zugeben.
Er spürt mich immer wieder auf und mit jedem Mal funkeln mich seine Augen mehr an.
Ich glaube, langsam geht es ihm auf die Nerven, mich ständig zu jagen, denn ich habe immer wieder das Glück und kann ihm entkommen.
Wenn es nur so einfach wäre, meine Gedanken genau so einfach zu vertreiben…
Ich frage mich, was schlimmer ist: ständig von ihm gejagt zu werden oder immer an ihn denken zu müssen?
Obwohl ich gar nicht weiß, ob ich es als schlimm bezeichnen kann…

Ich scheine nun schon seit Wochen wegzulaufen, doch jetzt habe ich ihn endlich abgehängt.
Ich bin wieder in einem kleinen Hotelzimmer und sehe nach unten auf den Fluss, der in der Nähe meines Zimmers vorbeifließt.
Es ist ruhig und idyllisch hier und irgendwie könnte ich mich dran gewöhnen, hier zu leben…
Ich wünsche mir doch so sehr ein zu Hause.
Einen Ort, an den ich abends gehen kann und von dem ich weiß: Hier kann ich bleiben, so lange ich das will.
Ich versinke in Tagträumereien…
Ein Mann an meiner Seite, vielleicht Kinder und einen Hund.
Mehr wünsche ich mir eigentlich nicht.
Vielleicht noch ein Haus mit einem kleinen Garten und einen normalen Job.
Ein richtiges Spießerleben…
Nie mehr weglaufen…
Ein Klopfen an der Tür reißt mich aus meinen Gedanken.
Nanu?
Wer kann das sein?
Ich habe weder den Zimmerservice bestellt, noch wird um diese Zeit gereinigt.
Das alles macht mich sehr misstrauisch und so hole ich meine Waffe, bevor ich zur Tür gehe.
Meine Waffe liegt immer griffbereit, denn schließlich kann ich nie sagen, wann ich mich verteidigen muss.
Ich öffne die Tür und schon wird sie mir entgegen gestoßen, so dass ich nach hinten stolper und mir meine Waffe aus der Hand fliegt.
Wie erstarrt stehe ich da.
Ich bin waffenlos… Schutzlos dem ausgeliefert, was nun kommt.
ER steht vor mir.
Sein Messer hält er in seiner Hand und sieht mich aus seinen grünen Augen an.
Er ist ein Meister mit dem Messer vermute ich, denn nur wenige benutzen diese Waffe noch für ihren Auftrag.
Mit einer Pistole oder Gift ist es viel einfacher, jemanden zu liquidieren, doch auch ich kenne noch die alten Methoden.
Ich bevorzuge allerdings die unauffälligeren wie Gift, aber das ist im Moment egal.
Ich starre erst auf das Messer und dann in seine Augen.
Seine Haare umspielen sanft sein Gesicht und verdecken seine Augen teilweise.
Sie mustern mich.
Ein Schauer läuft mir über den Rücken und ich versuche, einen Schritt zurück zu gehen, doch kaum habe ich das gemacht, stehe ich vor meinem Bett.
Ich sitze in der Falle…
Mein Leben ist vorbei.

Langsam geht er einige Schritte auf mich zu, bis er nah vor mir steht.
Ich sehe das schelmische Funkeln in seinen Augen und seine Stimme sagt leise:
„Hab ich dich endlich.“
In diesem Moment bleibt mein Herz stehen.
Seine Stimme passt perfekt zu ihm.
Sie ist nicht zu tief und sehr sanft, doch gleichzeitig spüre ich auch die Kälte seiner Worte.
Er hat mich.
Ich bin tot…
Es sei denn, ich finde einen Ausweg.
Ich könnte versuchen, gegen ihn zu kämpfen und ihm das Messer abzunehmen, doch schon ein Blick genügt um zu erkennen, dass das nicht so einfach ist.
Er weiß, wie er sein Messer halten muss, damit ich es nicht so leicht bekomme.
Er ist klug und unterschätzt mich nicht, wie so viele vor ihm.
Ich beginne leicht zu zittern und so, wie er lächelt, wird er die Angst in meinen Augen gesehen haben.
Ich habe einmal gelernt, wie ich meine Gefühle verstecke, doch das ist lange her…
Inzwischen kann ich es nicht mehr.
Sie brechen einfach aus mir heraus, so gerne ich sie verstecken will.
Ich sehe ihm in die Augen.
Sie bohren sich in meine, doch gleichzeitig zeigen sie keine Emotionen.
Sie sind kalt wie Eis und funkeln mich genau so an.
Allerdings sehe ich das leichte Lächeln, welches seine Lippen umspielt, und ich glaube, auch seine Augen kurz flackern gesehen zu haben.
Ob er vielleicht doch nicht so kalt ist, wie er tut?
Ich werde nicht flehen.
Ich werde nicht um mein Leben betteln.
Aber ich will leben…
Vorsichtig schaue ich mich um und entdecke mein offenes Fenster.
Ich wohne im ersten Stock…
Das könnte also gehen.
Mit einer schnellen Bewegung springe ich zur Seite und hechte aus dem Fenster.
Sein Messer fliegt mir hinterher und landet direkt neben mir im weichen Gras.
Ohne lange nachzudenken, packe ich es und laufe davon.
Der Fluss ist nicht weit, doch ganz in der Nähe führt eine Brücke darüber.
Kurz hinter mir höre ich einen Aufschlag.
Er ist mir nachgesprungen, doch wenn er nicht noch ein Messer hat, ist er nun unbewaffnet.
So schnell ich kann, renne ich los, doch schon bald schlägt neben mir etwas ein.
Er hat meine Waffe an sich genommen und zielt nun auf mich.
Eins…
Zwei…
Drei…
Immer wieder schlagen Kugeln in meiner Nähe ein, doch aus irgendeinem Grund trifft er mich nicht.
Vielleicht hat er zu viel mit seinem Messer trainiert und kennt sich mit dieser Waffe nicht mehr aus?
Glaube ich zwar kaum, aber das wäre einen Erklärung.
Immer schneller renne ich, bis ich eine kleine Höhle finde, in die ich mich verkrieche.
Ich sitze in der Falle.
Wenn er hier rein schaut, dann bin ich tot…
Doch zu meinem Glück rennt er vorbei.
Ich bin wieder alleine, doch die Gefahr ist noch lange nicht vorüber.
Ich lehne mich nach hinten an die steinerne Wand und schließe kurz erschöpft die Augen.
Ich sehe wieder seinen Blick vor mir und weiß: dieses Mal wird er mir sicher nicht aus dem Kopf gehen, egal, was ich versuche.
Ich glaube, damit das geht, wird nur eines helfen: einer von uns muss sterben.
Die Frage ist nur…
Wer.
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